Wir haben im Mai in Münster im Rahmen der Gestalt-Weiterbildung die 9 Enneagramm-Typen sehr intensiv besprochen. Wozu muss man diese Persönlichkeitstypen kennen?
– zum einen, weil wir Menschen von unserer Grundstruktur gänzlich verschieden sind,
– dann sind diese Enneagramme Prägungen, die wesentlich vom Geburtshergang rühren – und
– weil uns diese Menschen täglich und auch als Patienten begegnen
Yvonne und Kathrin, denen die Sicht auf Enneagramme-Typen Routine scheint, erklären, dass diese Kenntnisse hin und wieder bei der Gestaltterapie sehr nützlich sind. Sie stellen diese Typen von deren defizitärer Seite dar. Sie haben aber auch hervorragende positivere Seiten. Um einen Typen zu „erlösen“ kann es wichtig sein, diese positiveren Aspekte hervorzuheben und mit den defizitären Anteilen besser arbeiten zu können. Sein Enneagramm zu kennen ist nicht leicht und eher belastend. Aber ohne Schatten findet niemand zum Licht.
Für mich, über dessen Enneagramm keine letzte Einigkeit herrscht, steht vielleicht ein geburtstraumatischer Schock da: möglicherweise war ich bei meiner Geburt durch eine Kurz-Narkose (Lachgas?) von Mama und möglicherweise andere Medikamente verwirrt, das heißt, ich habe die Geburt gar nicht wirklich erlebt und, nachdem ich die Geburt nachgearbeitet hatte kommt es mir und Yvonne sowie Kathrin so vor, als nur das eine besondere Prägung meine Persönlichkeit ausgemacht haben. Es ist überlegen und noch so schwer es ist, dieses verwirrte Kind wirklich zu lieben, so sehr glaube ich, wie hilfreich das sein kann.
Für jene, die sich für das in Diagrammen interessiert, empfehle ich das Buch von Richard Rohr und Andreas Ebert “ Das Enneagramm „. Zur Zeit habe jetzt praktisch ständig bei mir.